Česká křesťanská akademie

Mons. prof. PhDr. Tomáš Halík, Th.D.

















Tomáš Halík hält einen Vortrag für den Schülerkreis von Benedikt XVI.

CASTEL GANDOLFO/VATIKAN/PRAG -Tomáš Halík hielt am Freitag und Samstag 28. - 29.08. 2015 am päpstlichen Sommersitz in Castel Gandolfo einen Vortrag für den emeritierten Papst Benedikt XVI. und seine Studenten. Am Sonntag konzelebrierte er mit ihm die heilige Messe und am Montag traf er sich mit ihm zu einem privaten Abendessen und zu einem persönlichen Gespräch.


   
 
   


Das Treffen der Schüler von Joseph Ratzinger

Papst Benedikt veranstaltet seit Anfang seines Pontifikates jedes Jahr ein dreitägiges theologisches Seminar für seine ehemalige Studenten (sog. Schülerkreis), zu dem z.B. die Kardinäle Schönborn und Koch und eine Reihe von Bischöfen und Professoren der katholischen Universitäten gehören.

Er knüpfte so an die Tradition von Johannes Paulus II. an, der auch im päpstlichen Sitz Castel Gandolfo Diskussionen mit bedeutenden weltbekannten Denkern veranstaltete (z.B. mit dem Philosophen Paul Ricoeur und Charles Taylor, dem Templeton-Preis-Träger).

Am Ende jedes Treffens legten sie Papst Benedikt 3 Themen für das nächste Jahr vor und er wählte ein Thema für das nächste Treffen aus. Er behält sich das Recht vor, jedes Jahr einen Referenten auszuwählen, der dann zum Thema zwei grundsätzliche Vorträge hält und dann mit den anderen drüber diskutiert. Für dieses Jahr entschied sich Benedikt XVI. für das Thema "Wie von Gott sprechen" und als Referenten wählte er den tschechischen Theologen und Philosophen Tomáš Halík.

Benedikt XVI. las das Buch von Halík

Vor Jahren haben einige der Mitglieder des „Schülerkreises“ dem Papst das Buch von Tomáš Halík Geduld mit Gott gegeben und empfohlen, das 2015 den Preis für das beste theologische Buch in Europa erhielt. Papst Benedikt wählte offensichtlich Tomáš Halík deswegen aus, weil er sein Buch las und eine Rolle spielte auch die Tatsache, dass Tomáš Halík 2014 den prestigeträchtigen Templeton-Preis gewann.

Am Schluss des Seminars konzelebrierten die Teilnehmer mit dem emeritierten Papst die Heilige Messe im Vatikan und Benedikt XVI. sprach dann mit jedem persönlich. Dieses Jahr lud er noch am nächsten Tag Tomáš Halík zum Abendessen und zu einem persönlichen Gespräch ein.

Worüber referierte Tomáš Halík?

Halík nannte den ersten Vortrag "Wie heute von Gott sprechen und schweigen" und den zweiten "Liebe –der Altar des unbekannten Gottes". In beiden Vorträge knüpfte er vor allem an die Ideen in seinem Buch "Ich will, dass du bist" an.
Zuerst widmete er sich dem Thema, was eigentlich dieses "heute" bedeutet – in welchem Punkt in der Geschichte befindet sich das Christentum und mit welchen kulturellen und geistlichen Charakteristiken muss sie sich abfinden. Er stellt die Frage, inwiefern kann die Krise des traditionellen Christentums und der religiösen Sprache eine Herausforderung und eine Chance für die Erneuerung und Vertiefung des Glaubens darstellen. Er behauptete, die Aufgabe der Kirche sei es, die geistlich Suchenden zu begleiten, deren Zahl im Westen wächst, während die Zahl der traditionell orientierten Christen und radikalen Atheisten sinkt. Er wies darauf hin, dass diese Begleitung etwas anderes ist, als eine traditionelle Mission – es geht nicht darum, die Suchenden in die bestehenden Strukturen des Christentums zu zwängen, sondern ihr Verstehen des Glaubens in einem ehrlichen Dialog zu bereichern.
In diesem Sinne ähnelt dies aus einer anderen Perspektive der Meinung von Benedikt XVI., dass die Kirche einen offenen Raum für Suchende haben muss (wie es beim "Vorhof der Völker" im Jerusalemer Dom war) und nicht eine in sich geschlossene Sekte werden darf.
Diese Art entwickelt und verwirklicht radikal Papst Franziskus. Glaube ohne Vernunft ist gefährlich, behauptete Benedikt XVI.; Glaube ohne Liebe ist noch gefährlicher fügt Halík bei. Nur aus der Tiefe der Seele Selbstüberschreiten in Liebe können wir begreifen, was mit dem Begriff „Gott“ gemeint wird.

Quelle: Christnet.cz ( Ze světa / juml / redakce / 31. srpna 2015 9:54)

45. Preisträger des Templeton-Preises

Am Mittwoch, den 11.03. um 10.03, wird auf der Pressekonferenz der Königlichen Akademie der Wissenschaften in London der Name des diesjährigen Laureaten des Templeton-Preises, in der Welt bekannt als "Nobelpreis für den Spiritualitätsbereich", veröffentlicht. Über die Preisverleihung entscheidet eine Jury, die aus neun Vertreter der Weltreligionen besteht, die aufgrund der Nominationen von den Repräsentanten der bedeutenden theologischen oder wissenschaftlichen Institutionen aus der ganzen Welt ausgewählt wurden. Die erste Preisträgerin war Mutter Teresa aus Kalkutta, in den letzten zwei Jahren waren es zwei Friedensnobelpreisträger, der tibetische Dalai Lama und Erzbischof Desmond Tutu und letztes Jahr ist der tschechische Philosoph und Theologe Tomáš Halík der 44. Templeton-Preisträger geworden.

Über den Preis (Informationen der Templeton-Stiftung)

Unter dem Templeton-Preis versteht man eine Auszeichnung für eine lebende Persönlichkeit, die auf besonderer Weise zur Vertiefung der geistlichen Dimension des Lebens durch ihr Denken, eine Entdeckung oder durch eine praktische Tätigkeit beigetragen hat. Diese Preisverleihung wurde von Sir John Templeton 1972 gegründet und seinen Wörtern nach ist die Aufgabe des Preises die „Initiatoren des Geistes“ „bekannt zu machen“ – außergewöhnliche Persönlichkeiten, die sich mit ihrer Begabung unserem Verstehen der Menschheit und der allesäußersten Wirklichkeit gewidmet haben".

Ilona Trnková


Internationale Bewertungen von Tomáš Halík

Professor Tomáš Halík, der im Mai 2014 der erste tschechische Templeton-Preisträger geworden ist, erhielt im November d. J. weitere bedeutende internationale akademische Bewertungen.

Am 6. November wurde nach ihm ein neuer Hörsaal an der Universität in Oxford benannt und am 13. 11. erhielt er das Ehrendoktorat für Theologie der ältesten deutschen Universität, der Universität in Erfurt.

Tomáš Halík war als Gastprofessor an der Universität in Oxford im Wintersemester 2001 tätig. In Erfurt wurde er geweiht. In Erfurt wurde er in 1978 von Bischof Hugo Aufderbeck heimlich zum Priester geweiht.

Am Fest in Oxford nahmen teil der Rektor und Prorektor der Oxford-Universität, der Kulturminister Daniel Herman, der stellvertretende Regierungsvorsitzende Pavel Bělobrádek und andere Politiker und Akademiker.
Die Karlsuniversität war vertreten durch die Prorektorin für europäische Angelegenheiten Prof. Lenka Rovná. Am Nachmittag des 6. 11. hielt Tomáš Halík im Studentenwohnheim San Anthony in Oxford einen Vortrag über die geschichtliche Rolle von Václav Havel und Johannes Paulus II.
In der festlichen akademischen Feier in Erfurt haben die Karls-Universität Rektor Prof. Tomáš Zima und der Dekan der katholischen theologischen Fakultät der Karls-Universität Prokop Brož, repräsentiert.

Die Laudatio brachte Dekan der Theologischen Fakultät der Universität Erfurt Prof. Michael Gabel aus. An dem feierlichen Akt nahmen auch deutsche Bischöfe teil mitsamt dem emeritierten Weihbischof Hans-Reinhard Koch, der 1978 bei der Priesterweihe von Tomáše Halíka teilnahm.


 

 

 

 

 

Templeton-Preis für Tomáš Halík

Der Präsident der Tschechischen Christlichen Akademie Prof. Tomáš Halík gewann den renommierten Templeton-Preis, der als Nobelpreis für Religion bezeichnet wird. Die Bewertung wird jedes Jahr in London von der Templeton-Stiftung für einen außergewöhnlichen Beitrag für eine spirituelle Dimension des Lebens verliehen.

Der Templeton-Preis wird seit den 70er Jahren des 20. Jahrhundert verliehen. Die erste Preisträgerin war im Jahr 1973 die bekannte Missionarin, humanitäre Helferin und katholische Ordensfrau Mutter Teresa. 2012 erhielt den Preis der tibetische spirituelle Führer Dalai Lama und der südafrikanischer Erzbischof Desmond Tutu. In der Vergangenheit erhielt auch der russischer Schriftsteller und politischer Aktivist Alexandr Solženicyn diesen Preis.
Die Preisverleihung gründete 1972 der amerikanische Philanthrop Sir John Templeton, der damit das Bedürfnis der Verflechtung der Wissenschaft mit der Geistigkeit hervorheben wollte. Über die Preisverleihung entscheidet eine Jury, die aus neun Repräsentanten der Weltreligionen besteht.

Einen kurzen Videobeitrag aus der Zeremonie der Preisverleihung sehen sie unter:
https://www.youtube.com/watch?v=jH5N7rOg35k

Tomáš Halík hielt den diesjährigen Jahresvortrag anlässlich der feierlichen Sitzung der Katholischen Universität in Löwen

Die Katholische Universität in Löwen in Belgien lud Professor Tomáš Halík zu einer Rede zur Eröffnung des Sommer-Semesters der Universität ein. Das Thema des Vortrags, der am 6. März stattfand, war "Der Nachmittag des Christentums". Tomáš Halík hält fest, dass das Christentums bis zum Anfang der Moderne seinen Nachmittag erlebte, die Zeit zum Aufbau der institutionellen und doktrinellen Strukturen der Kirche. Jetzt gerät das Christentum in Europa in einer "Mittagskrise", in der ein Streit zwischen einigen entsteht, die die vorhandene Gestalt dieser Strukturen um jeden Preis unverändert erhalten wollen und denjenigen, die ihre radikalen Veränderungen verlangen. Nach dem tschechischen Theologen gibt es noch eine dritte Alternative: ein tieferer Weg zu einer spirituellen und intellektuellen Vertiefung des Glaubens. Die Kirche sollte zum Musterbild der mittelalterlichen Universität zurückkehren, die als eine Gemeinschaft von Lehrern und Studenten, als Gemeinschaft des Lebens, Lehrens und Gebetes galt, in der man die Wahrheit durch eine freie Diskussion suchte (alles konnte man als eine Frage zur Diskussion vorlegen, sog. "questio disputata") und es gilt auch der Grundsatz, das zu übergeben, was durch die Meditation hervorgerufen wurde (contemplata aliis tradere). Tomáš Halík nahm teil an einem Seminar über die Theologie der Liebe an der Theologischen Fakultät in Löwen und sprach im belgischen katholischen Fernsehen über die zeitgenössische Situation und die Perspektiven der Religion in Europa.





Das Buch von Tomáš Halík erscheint im Vatikan


 Die offizielle vatikanische Bücherei Libreria editrice Vaticana, die vor allem die Werke von Benedikt XVI. und die amtliche Dokumentation des Heiligen Stuhls herausgibt, gab die italienische Übersetzung eines Buches von Tomáš Halík „Vzdáleným nablízku“ (Vicino ai lontani) mit einem Vorwort von Kardinal Reinhard Marx, dem Vorsitzenden des Rates der europäischen Bischofskonferenzen, heraus. Das Buch erhielt schon früher den Preis für das beste theologische Buch in Jahren 2009 – 2010 und in den USA wurde es zum Buch des Monates erklärt. Die feierliche Präsentation des Buches im Vatikan im Beisein von Kardinal Duka und Repräsentanten des Heiligen Stuhls fand Anfang dieses Jahres statt. Es ist zum ersten Mal, dass die vatikanische Bücherei ein Werk eines tschechischen Theologen herausgegeben hat. Die Bücher von Tomáš Halík wurden schon in 11 Sprachen übersetzt und wurden als Thema einiger Dissertationsarbeiten an Theologischen Fakultäten vieler Länder verwendet. Geplant ist noch die Herausgabe von Büchern von T. Halík in der französischen portugiesischen, deutschen, kroatischen, niederländischen, türkischen und chinesischen Übersetzung.


Auf dem Bild: Benedikt XVI mit dem Buch "Geduld mit Gott".

Präsident von Polen verlieh T. Halík eine hohe staatliche Auszeichnung

Der Präsident der Republik Polen Bronislaw Komorowski verlieh Prof. Tomáš Halík eine staatliche Auszeichnung – das Ritterkreuz des Verdienstordens der Republik Polen als Anerkennung seines Beitrags zur Entwicklung des polnisch-tschechischen Kulturdialogs und der Zusammenarbeit im katholischen Bereich. Tomáš Halík pflegte die Kontakte mit den polnischen katholischen Intellektuellen, Dissidenten und Repräsentanten der Kirche vor dem Jahr 1989, 1990 bereitete er den ersten Besuch des Papstes in der ehemaligen Tschechoslowakei vor und dann wurde er von Papst Johannes Paulus II. zum Berater des Päpstlicher Rates für den Dialog mit Nichtgläubigen ernannt. Zwischen 1991 – 2011 publizierte Prof. Halík in Polen 11 Bücher und eine Menge von Zeitschriftenartikeln und Interviews, oft hielt er Vorträge auf Fachkonferenzen und an den Universitäten (Gnesner Versammlung, Danziger Aeropag, Kongress der christlichen Kultur in Lublin, Jozef Tischner-Tage an der Jagiellonen- Universität in Krakau u.a.) und ist eingeladen von polnischen Bischöfen, um Vorträge zu halten und für Priester und Theologiestudenten Exerzitien zu machen. 2007 erhielt er in Warschau den Preis der polnischen Kaufleute „Phönix“ für das beste Buch eines ausländischen Autoren und in 2011 in der Warschauer Synagoge den Ehrentitel „Mensch der Versöhnung“ für Verdienste um den christlich-jüdischen Dialog. Das Ritterkreuz für Verdienste wurde Tomáš Halík am 14. März in Vertretung des Präsidenten Komorowski vom Botschafter der Republik Polen in Prag Jan Pastwa überreicht. An der feierlichen Preisübergabe nahm auch Kardinal Dominik Duka teil.

Tomáš Halík erhielt den Preis für das beste theologische Buch in Europa

Die Europäische Gesellschaft für Katholische Theologie überreichte Tomáš Halík für das Buch „Patience with God“ (mit dem tschechischen Originaltitel „Vzdáleným nablízku“, Lidové noviny Verlag 2007) den Preis für das beste theologische Buch in Europa der Jahre 2009/10. Das Buch erschien in tschechischer, englischer, polnischer und deutscher Sprache und in den USA wurde es vom Amerikanischen nationalen katholischen Buchsklub zum Buch des Monates erklärt; es werden auch Auflagen in anderen Sprachen vorbereitet einschl. chinesisch und koreanisch. Der Preis wurde Tomáš Halík feierlich auf dem Internationalen Kongress der Theologen in Wien am 25. August verliehen. Dabei wurde auch ein Buch persönlich Benedikt XVI. bei dem traditionellen Treffen des Papstes mit Professoren der Theologie in Castel Gandolfo übergegeben. Die Bücher von Tomáš Halík wurden bis jetzt in 9 Sprachen übersetzt und erhielten einige einheimische und ausländische Literaturpreise.


Tomáš Halík gleichzeitig von Juden und Moslems ausgezeichnet

Am Mittwoch 24. 11. 2010 erhielt Prof. Mons. Tomáš Halík den Preis für den interreligiösen und interkulturellen Dialog von der moslemischen Organisation Mozaiky-Platform Dialog. Mitte Januar übernahm er den Preis der Gesellschaft der Christen und Juden für den Dialog und die Annäherung zwischen Christen und Juden.

Prag/Polen: Die Gesellschaft der Christen und Juden verleiht in Polen jedes Jahr abwechselnd christlichen und jüdischen weltbekannten Persönlichkeiten, die sich um den Dialog zwischen Christen und Juden verdient machten, den Ehrentitel „Mensch der Versöhnung“. Der Ehrentitel "Mensch der Versöhnung 2010" wurde am 15. Januar 2011 unter Beteiligung der Repräsentanten der jüdischen Gemeinden und christlichen Kirchen dem tschechischen Theologen und Philosophen Prof. Mons. Tomáš Halík in der Warschauer Hauptsynagoge verliehen.

Prof. Halík wurde für die Verdienste um den interreligiösen Dialog auch von den Moslems ausgezeichnet. Die Organisation Mozaiky – Platform Dialog, die sich im Geist des zeitgenössischen türkischen islamischen Denkers und Verkünders der Toleranz Fethullah Güllen um die Kultivierung der Beziehungen zwischen Moslems, Christen und Juden bemüht, entscheidet sich jedes Jahr, einem tschechischen Intellektuellen den Preis für den interreligiösen und interkulturellen Dialog zu verleihen. Zum ersten Mal wurde der Preis Tomáš Halík verliehen. Er übernahm ihn am Mittwoch 24. November 2010 in Prag.

Mons. Halík erhielt auch die Goldene Sankt-Adalbert-Medaille vom Prager Erzbischof Mons. Dominika Duka OP für das besonders wirkungsvolle Näherbringen des Bildes der Kirche und des Evangeliums an die Mitbürger. Im September wurde dem Professor Halík der Romano Guardini-Preis für die ausgezeichneten Verdienste um die Interpretation unserer Zeit verliehen.

Tomáš Halík gehörte in schwierigen Zeiten zu den engsten Mitarbeitern von Kardinal Tomášek. Nach dem Jahr 1989 wurde Präsident der Tschechischen Christlichen Akademie, Pfarrer der Akademischen Pfarrei in Prag und Professor der Karls-Universität in Prag. Papst Johannes Paulus II. ernannte ihn zum Berater des Päpstlichen Rates für den Dialog mit Nichtgläubigen und Papst Benedikt XVI. ernannte ihn zum Ehrenprälat Seiner Heiligkeit. Tomáš Halík sprach mit seinen Publikationen und Vorträgen sowohl in Tschechien als auch im Ausland nicht nur die Christen an sondern auch diejenigen, die ihre Lebensrichtung erst suchen. Eine große Anzahl vor allem junger Menschen führt er zu Christus und zur Kirche hin.

(Bericht des Pressezentrums der Tschechischen Bischofskonferenz, 24.11.2004)
Autor: Aleš Pištora

Romano Guardini-Preis für T. Halík

Den Romano Guardini-Preis erhielt 2010 der tschechische Philosoph und Soziologe der Religionssoziologe Tomáš Halík. Diese bedeutende europäische Auszeichnung, die seit 1970 alle zwei Jahre für ausgezeichnete Verdienste um die Interpretation unserer Zeit verliehen wird, erhielten in der Vergangenheit z.B. der Physiker und Nobelpreisträger Werner Heisenberg, der deutsche Präsident von Weizsäcker, die Theologen Karl Rahner und Hans Urs von Balthasar, die Komponisten Karl Orff und Kryštof Penderecki, der polnische Außenminister Bartoszewski, der Wiener Kardinal Franz König und andere wichtige Persönlichkeiten des europäischen wissenschaftlichen, künstlerischen, politischen und religiösen Lebens. Der Preis wurde Professor Halík am 27. September an der Bayerischen Katholischen Akademie in München feierlich verliehen, die Laudatio hielt der Außenminister der Tschechischen Republik Karel Schwarzenberg. Prof. Halík hielt eine Rede zum Thema „Macht über Macht“. Bei der festlichen Veranstaltung hielten auch der bayerische Kulturminister Dr. Ludwig Spänle und der Münchner Erzbischof Prof. Dr. Reinhard Marx eine Rede

Am folgenden Tag am 28. 9. wurde im Tschechischen Zentrum in München feierlich die deutsche Ausgabe des Buches von Tomáš Halík „Geduld mit Gott“ (mit dem tschechischen Originaltitel Vzdáleným nablízku) präsentiert, die im Verlag Herder herausgegeben wurde.

Mons. Prof. PhDr. Tomáš Halík, Th.D. (1948) unterrichtet Philosophie und Religionssoziologie an der Karls-Universität und ist seit 1990 Präsident der Tschechischen Christlichen Akademie. Er widmet sich auch dem interreligiösen Dialog. Während der kommunistischen Ära war er tätig im kulturellen und religiösen Widerstand, nach 1989 machte er Vortrags- und Studienreisen in alle 6 Erdteile. Seine Bücher werden in englischer, deutscher, polnischer, italienischer, spanischer, ungarischer, ukrainischer und slowenischer Sprache herausgegeben und es wird auch eine chinesische Ausgabe vorbereitet. Papst Johannes Paulus II. ernannte ihn zum Berater des Päpstlichen Rates für den Dialog mit Nichtgläubigen (1990), Benedikt XVI. ernannte zum päpstlichen Ehrenprälat (2008). Er ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste und vieler anderen Institutionen, er erhielt eine Reihe von Literaturpreisen und anderen Preisen sowohl in Tschechien als auch im Ausland.

Romano Guardini (1885 - 1968), nach dem der Preis benannt ist, war einer der größten Philosoph der Religion des 20. Jahrhunderts, Pädagoge und Schriftsteller, der mit seiner pastoralen Tätigkeit bei Hochschuljugend, mit seiner akademischen Arbeit an den Universitäten in Berlin und München und vor allem mit seinen Büchern mehrere Generationen der europäischen christlichen Intelligenz beeinflusst hat. Zu seinen Schülern gehört auch der zeitgenössische Papst Benedikt XVI.