Česká křes»anská akademie

Die Česká křes»anská akademie - Tschechische christliche Akademie


Mons. prof. PhDr. Tomáš Halík, Th.D.



Sinn, Berufung und Geschichte

 Die Česká křes»anská akademie (Tschechische christliche Akademie, im Weiteren nur ČKA, 1990 – 1993 Křes»anská akademie Praha – Christliche Akademie Prag) entstand als eine der ersten freien Institutionen unmittelbar nach dem November 1989. Sie ist eine unabhängige Bürgervereinigung, die Christen aller Kirchen und jedem offen steht, der in sich die Verantwortung für die Verbreitung und Durchsetzung christlicher kultureller und moralischer Werte in der Gesellschaft spürt. Die Akademie möchte einen Raum für einen Dialog zwischen den Kirchen und der Gesellschaft bieten, einen Raum für Begegnungen des Glaubens und der Kultur schaffen sowie zur Entwicklung von Wissenschaft, Kunst und Bildung in der Tschechischen Republik beitragen.

Die Tätigkeit der ČKA knüpft unter anderem an die Arbeit von theologischen und philosophischen Untergrundseminaren zur Zeit der kommunistischen Unterdrückung an und bekennt sich zum moralischen Vermächtnis älterer christlicher Kultur- und Bildungsinstitutionen und –initiativen wie z. B. der Akademie křes»anská v Praze (Christliche Akademie Prag, gegründet 1875), des Studium catholicum, der Akademické týdny (Akademische Wochen) oder der Křes»anská akademie (Christliche Akademie im Exil) in Rom. Bei der Gründung der stand ein bedeutender tschechischer Theologe an ihrer Spitze, ein Verteidiger der Menschenrechte, politischer Gefangener in der Zeit des Nazismus und des Kommunismus, ThDr. Josef Zvěřina, Dr. h.c., Ehrendekan der Katholischen theologischen Fakultät der Karlsuniversität, ein lebendes Symbol für die moralische und intellektuelle Wiedergeburt des tschechischen Katholizismus des 20. Jahrhunderts. Nach seinem Tode im August 1990 wurde im Dezember desselben Jahres Prof. PhDr. Dr. Tomáš Halík zum Präsidenten der ČKA gewählt und durch Wiederwahl mehrmals für weitere Amtsperioden in dieser Funktion bestätigt.

Struktur und Organe

Struktur

Die Česká křes»anská akademie ist eine der größten Bürgervereinigungen in der Tschechischen Republik Derzeit zählt sie über 1 600 Einzelmitglieder, die zumeist in einer der 78 lokalen Gruppen vereinigt sind (Stand zum 31. 1. 2005); das Netzwerk der lokalen Gruppen in den einzelnen Städten deckt praktische das gesamte Territorium der Tschechischen Republik ab.

Kollektive Mitglieder der ČKA sind die Assoziation der Kollegien katholischer Ärzte, die Gesellschaft für Kirchenrecht, die St.-Josef-Gesellschaft für Polička und Umgebung, die Christliche Bürgervereinigung in Vsetín und die Katholische Hochschulbewegung Prag.

In der Akademie wirken Fachsektionen, die vor allem in Prag ihre Tätigkeit entfalten: es sind dies die Sektionen Ökologie, Geschichte, Literatur, Pädagogik (Sozial- und Erziehungspädagogik), Politik und Wirtschaft, Recht, Naturwissenschaften und Technik, Psychotherapie, und Kunstwissenschaften. Im Jahre 1998 entstand neben diesen Sektionen noch eine Arbeitsgruppe für den Dialog zwischen den Religionen.

Seit 1990 entstanden schrittweise lokale Gruppen der ČKA in folgenden Städten: Benešov, Bohumín, Brandýs nad Labem – Stará Boleslav, Čáslav, Česká Třebová, České Budějovice, Český Krumlov, Domaľlice, Dvůr Králové nad Labem, Havlíčkův Brod, Hodonín, Humpolec, Chrudim, Jeseník, Jihlava, Jilemnice, Jindřichův Hradec, Klatovy, Kostelec nad Orlicí, Kyjov, Letohrad, Liberec, Litomyšl, Milevsko, Milín, Mladá Boleslav, Moravská Třebová, Most, Náchod, Nová Paka, Nový Jičín, Opava, Pečky, Pelhřimov, Písek, Plzeň, Polička, Praha 3, Praha 5, Praha 6, Prachatice, Prostějov, Přerov, Příbram, Roľmitál pod Třemšínem, Roľnov pod Radhoštěm, Říčany, Stráľnice, Sušice, Světlá nad Sázavou, Šternberk, Tábor, Třebechovice pod Orebem, Tachov, Třebíč, Třeboň, Týn nad Vltavou, Ústí nad Labem, Valašské Meziříčí, Vizovice, Vodňany, Vrchlabí, Vsetín, Vysoké Mýto und Zábřeh na Moravě. Außerhalb des Territoriums der Tschechischen Republik entstand eine lokale Gruppe auf der tschechischen Polarstation auf Nelson Island an den Ufern der Antarktis sowie eine in Brüssel.

Organe

Das höchste Organ der ČKA ist die MITGLIEDERVERSAMMLUNG, die einmal in drei Jahren zusammentritt (zum letzten Mal im Januar 2005). Die Leitungsorgane sind der AKADEMISCHE AUSSCHUSS

und das PRÄSIDIUM. Die Mitgliederversammlung wählt die höchsten Vertreter der ČKA, den Präsidenten (für 6 Jahre) und zwei Vizepräsidenten (für 3 Jahre). Der Präsident ernennt den Direktor der ČKA.

Der Akademische Ausschuss tagt zweimal jährlich und besteht aus den Direktoren der Fachsektionen, den Vorsitzenden der lokalen Gruppen und den Mitgliedern des Präsidiums.

Das Präsidium leitet die Tätigkeit der ČKA in der Zeit zwischen den Sitzungen des akademischen Ausschusses. Ihm gehören der Präsident Prof. PhDr. Dr. Tomáš Halík, der erste Vizepräsident Doc. Mgr. Jaroslav Šebek, Ph.D., der zweite Vizepräsident Doc. Pavel Hošek, Th.D., die Direktorin Ilona Trnková und immer je ein Vertreter der lokalen Gruppen und Fachsektionen an.

Der Ehrenrat besteht aus Personen, die sich in außerordentlicher Weise um die Erfüllung der Ziele der ČKA verdient gemacht haben. Die Mitgliedschaft im Ehrenrat erteilt der akademische Ausschuss. Mitglieder des Ehrenrates sind beispielsweise der emeritierte Rektor der Karlsuniversität Prof. Dr. Radim Palouš, Dr. h. c., der ehemalige Präsident der Katholischen Universität Eichstätt Prof. Dr. Nikolaus Lobkowicz, der Theologe Mons. ThDr. Oto Mádr, Dr.h.c., der Philosoph Prof. Dr. Jan Sokol, der Komponist Petr Eben und der Astronom RNDr. Jiří Grygar.

Wichtigste Tätigkeitsbereiche

Die ČKA richtet ihre Tätigkeit vor allem auf folgende Bereiche aus:

Diese Ziele werden in ganz verschiedenen Formen angegangen. Hierzu gehören Vorträge und Vortragszyklen, Bildungskurse, Podiumsdiskussionen, Kolloquien, Veranstaltungen zur Literatur und Musik- und Literaturabende, Ausstellungen, kunstwissenschaftliche Exkursionen, die Herausgabe von Zeitschriften und Aktivitäten im Bereich von Wissenschaft und Technik.

Die einzelnen Veranstaltungen werden in den meisten Fällen von der ČKA selbst veranstaltet, bei einigen arbeitet die Akademie mit den Kirchen und einheimischen und ausländischen Institutionen zusammen. Zu den wichtigsten Partnern gehören in den vergangenen Jahren: die Ackermann-Gemeinde, Renovabis, die Konrad-Adenauer-Stiftung, die Union Stiftung aus dem Saarland, das Zentrum für das Studium von Demokratie und Kultur, die Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik und ihre Institute, die Bischofskonferenz der USA, die Evangelische theologische Fakultät der Karlsuniversität, die Katholische theologische Fakultät der Karlsuniversität, die Cyril- und Method-Fakultät für Theologie der Palacký-Universität in Olomouc, die Theologische Fakultät der Südböhmischen Universität in České Budějovice, die Union katholischer Frauen, die Bürgervereinigung Akademické týdny, das Bürgerliche Institut, die Fachhochschule für Publizistik und das Institut für Kommunikation.

Ein Raum für Dialog

Dialog zwischen den Kirchen und gesellschaftlichen Eliten

In Zusammenarbeit mit einer ganzen Reihe von fachlich kompetenten Persönlichkeiten versucht die ČKA, einen Raum für Dialog zu schaffen, in die führende Vertreter aus der Wissenschaft, der Kultur, der Politik und des wirtschaftlichen Lebens mit Vertretern von Kirchen und Theologen gemeinsam nach Antworten auf aktuelle gesellschaftliche, politische, kulturelle und wirtschaftliche Fragen suchen können.

Ein Laboratorium des Dialogs

Die ČKA veranstaltet seit 1997 thematische Fachkolloquien unter der Bezeichnung „Ein Laboratorium des Dialogs“. Zu diesen abendlichen Diskussionsveranstaltungen werden außer Kirchenvertretern immer noch etwa zwanzig Persönlichkeiten geladen, die in dem entsprechenden Fach Spezialisten sind. Die Zusammensetzung der Diskussionsteilnehmer, zu denen auch verschiedene Meinungsströme zählen, variiert je nach Thema. Bisher fanden fast 50 Kolloquien statt, auf den an die 60 Redner zu Wort kamen, es nahmen mehr als 800 Gäste zu folgenden Themen teil:

Für den Dialog der Kirche mit der Welt der Kultur und der Kunst bietet die ČKA seit 1996 den „Aschermittwoch der Künstler“ an, dieser soll als Begegnung der Welt des Glaubens und der Welt der Kunst in der Prager akademischen Gemeinde dienen. Außer einem Gottesdienst finden aus diesem Anlass Konzerte statt, musikalisch-literarische Blöcke, Theatervorstellungen, Ausstellungen zur bildenden Kunst u. a. und nicht formelle gesellschaftliche Treffen.

Der innerkirchliche Dialog

Die ČKA veranstaltet alljährlich die „Josef-Zvěřina-Tage“, die Raum vor allem für den innerkirchlichen Dialog bieten sollen. Berufstheologen, Bischöfe, Priester und engagierte Laien können hier interessante Referate hören, zu denen im Anschluss eine Diskussion geführt wird. Die Themen der vergangenen Jahre lauteten: "Persönlichkeit und Kultur" (1995), "Theologie und Spiritualität" (1996), „Die Horizontale und die Vertikale des Christentums“ (1997), „Das gegenwärtige theologische Denken“ (1998), „Die böhmische und die mährische Kirche 10 Jahre nach dem November 1989“ (1999), „Die katholische Kirche und der demokratische Staat einst und heute“ (2000), „Unsere Kirche an der Schwelle zum 21. Jahrhundert“ (2001), „Christen in der bürgerlichen Gesellschaft“ (2002), „Das zweite Vatikanische Konzil – eine unvollendete Aufgabe?“ (2003), „Christen und Sympathisanten“ (2004), „Der christliche Lebensstil – Spiritualität und Solidarität“ (2005), "Europa zwischen Fundamentalismus und Säkularismus" (2006), "Kirche für andere Menschen" (2007), "Das Jahr 1968 und 40 Jahre später" (2008), "Christen im Mitteleuropa vor und nach 1989" (2009), Josef Zvěřina - Sommerakademie für Studenten (2010 und 2012), "Tschechische und slowakische Kirche nach dem Zusammenbruch des gemeinsamen Staates" (2011), "Mut, Kirche zu sein" (2013), "Verantwortung für Demokratie" (2014).

Der innerkirchlichen Problematik widmeten sich ebenfalls mehrere Kolloquien aus dem Zyklus „Ein Laboratorium des Dialogs“, z. B. Die Situation innerhalb der katholischen Kirche in der Tschechischen Republik, Die Kirche und die freie Gesellschaft, Kirche und Medien, Was beinhaltet der Vertrag zwischen der Tschechischen Republik und dem Vatikan sowie Sinn und Perspektiven des kirchlichen Schulwesens.

Seit 1997 beteiligt sich die Akademie aktiv an der Zusammenstellung des Programms der „Akademischen Wochen“, die von der gleichnamigen Bürgervereinigung in Nové Město nad Metují veranstaltet werden. An dieser alljährlich stattfindenden, ökumenisch offenen, vierzehn Tage dauernden Sommerakademie in schöner Natur nehmen Christen aller Generationen teil, wobei die hier einen natürlichen Raum für einen innerkirchlichen und einen ökumenischen Dialog finden.

Ein Dialog mit der Welt der Politik

In den Jahren 1998 - 2000 veranstaltete die ČKA „Begegnungen christlich inspirierter Politiker“, an denen bedeutende Vertreter aus der Politik (Abgeordnete, Senatoren, Minister und deren Stellvertreter) aus allen wichtigen demokratischen Parteien teilnahmen (ČSSD, ODS, KDU-ČSL, US, ODA), ebenso einige Mitglieder der Akademie und Gäste aus kirchlichen Kreisen. Bei den abendlichen Treffen richtete sich nach einem kurzen Referat als Einführung in das zu behandelnde Thema das Hauptaugenmerk auf Diskussion und Dialog. Diskutiert wurden z. B. die Themen „Macht und Geld“, „Freiheit“, „Kirche und nicht konfessioneller Staat“, „Die Krise im Kosovo“, „Politische Parteien und Bürgerinitiativen“ u. ä.

Die Beziehung von Staat und Kirche gehört zu den Themen, die in der Akademie ernsthaft und gründlich diskutiert werden. So war dem beispielsweise bei der Konferenz „Die Zukunft der Beziehungen zwischen Staat und Kirche“, veranstaltet im September 1996 von der Akademie in Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung, oder aus Anlass eines Fachkolloquiums im Herbst 1998, das von der ČKA im Rahmen des Forschungsprojektes „Der Beitrag der Kirchen zu den Transformationsprozessen in den postkommunistischen Ländern“ veranstaltet wurde.

Herausbildung intellektueller Zentren in den Regionen

Über die lokalen Gruppen der ČKA kristallisieren sich in einigen Städten (zumeist in Kreis- und Bezirksstädten) schrittweise regionale intellektuelle Zentren heraus, die sich positiv auf ihr Umfeld auswirken. Das Programm der lokalen Gruppen ist vor allem für Vertreter der Intelligenz aus der entsprechenden Region interessant, die Angebote tragen häufig eine neue Dimension in das kulturelle Leben vor Ort hinein. So trägt die Akademie indirekt zur Entwicklung und Herausbildung der bürgerlichen Gesellschaft in der Tschechischen Republik bei.

Ökumene

Die Česká křes»anská akademie ist schon ihrem Namen nach eine ökumenische Institution. Die Mitgliederbasis der Akademie bilden vor allem Katholiken oder Mitglieder der evangelischen Böhmischen Brüdergemeinde, vertreten sind aber auch andere christliche Richtungen. Die ökumenische Dimension der Akademie zeigt sich bereits in der Auswahl der Themen und Referenten, ebenso in der konkreten Zusammenarbeit in Fachsektionen, aber auch in Dokumenten, die die Akademie herausgibt oder an denen sie arbeitet.

Der Dialog zwischen den Religionen

Mit dem Dialog zwischen den Religionen befasst sich in der ČKA seit 1998 eine Arbeitsgruppe, in der neben Christen auch Juden, Buddhisten, Muslime und Neohinduisten vertreten sind. Die Tätigkeit der Gruppe stößt auf reges öffentliches Interesse, die Diskussionsabende werden zahlreich besucht. Nun suchen wir nach neuen Formen.

Aus- und Weiterbildung

Pflege von „Multiplikatoren“

Die ČKA hat in den letzten Jahren ihre Aufmerksamkeit auf die Ausbildung von „opinion-makers“ und Multiplikatoren im Bereich Religion, Spiritualität und Kirche gerichtet, und zwar vor allem auf zwei Berufsgruppen – Lehrer und Journalisten.

Für Lehrer veranstaltet sie seit 1998 gelegentlich zusammen mit der Ackermann-Gemeinde Bildungszyklen mit dem Titel „Das Christentum in der tschechischen Kultur und der Weltkultur“. Diese Veranstaltungen in Form von mehrtägigen Seminaren bieten in den einzelnen Regionen neben einer Vertiefung der Kenntnisse über Religion und christliche Kultur (u. a. zu den Themen: Die Religion aus der Sicht der Gesellschaftswissenschaften, Die Bibel und ihre Bedeutung, Christentum und Kultur, Die Anfänge des Christentums in den böhmischen Ländern, Die Kirche in der böhmisch-tschechischen Geschichte, Das Christentum in der säkularisierten Gesellschaft, Die christlichen Kirchen und die ökumenische Bewegung bzw. Die gegenwärtige religiöse Bühne) auch eine Plattform für einen Dialog zwischen den Kirchen in der Region (dortiger Bischof, Vertreter sonstiger Kirchen) und Lehrern. Die Vortragsblöcke mit anschließender Diskussion sind vor allem für Lehrer geisteswissenschaftlicher Fächer an Grund- und Mittelschulen. Diese Form des Dialogs hat sich nach dem sehr positiven Echo unter den Lehrern bewährt.

Für Journalisten veranstaltete die Akademie zusammen mit dem Institut für Kommunikation in der zweiten Hälfte der 90er Jahre thematisch ausgerichtete Kolloquien, das Hauptaugenmerk lag dabei auf der Ethik des Berufs Journalist.

Ausbildung von Laien und Geistlichen

Diese Aufgabe erfüllt die Akademie durch ihre regelmäßige Vortragstätigkeit in den einzelnen Sektionen und lokalen Gruppen. Für die breite Öffentlichkeit finden sowohl Vortragszyklen als auch einzelne Vorträge zu aktuellen Themen statt. Zu den bekannten Persönlichkeiten, die unter anderen in der Akademie Vorträge hielten, gehören unter anderem Edward Cassidy, Franz König, Joseph Ratzinger, Christoph Schönborn, Walter Kasper und Tomáš Špidlík, die Bischöfe Andreas Laun, Egon Kapellari, Josef Homeyer, Helmut Krätzl und eine Reihe von Theologen, Soziologen und Philosophen aus Europa, den USA und Lateinamerika, u. a. Michael Novak, Ernst-Ludwig Ehrlich, John T. Pawlikowski, Anselm Grün, Robert Fulghum, Jon Sobrino, Dietmar Mieth, Karl – Josef Kuschel, Miklós Tomka, Paul M. Zulehner, Manfred Spieker und Tomasz Weclawski.

Neben der Vortragstätigkeit waren zwei von der ČKA organisierte Seminare besonders interessant, eines 1997 für katholische Geistliche (in Olomouc/Olmütz und Plzeň/Pilsen) und eines für Christen in Leitungsfunktionen in der Politik und der staatlichen Verwaltung. In den letzten Jahren beteiligt sich die ČKA zusammen mit dem Verteidigungsministerium der Tschechischen Republik an der Schulung von Armeekaplanen.

Internationale Aktivitäten

Der deutsch-tschechische Dialog

Die ČKA unterstützt den intensiven Dialog zwischen Deutschen und Tschechen, ausgerichtet auf die gemeinsame Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, um ein gut nachbarliches deutsch-tschechisches Miteinander zu gewährleisten und zu stärken.

Mit diesem Aufgabengebiet befassten sich vor allem die Mariánskolázeňské rozhovory – Marienbader Gespräche, eine der ersten Initiativen im deutsch-tschechischen Dialog, die bereits fünfzehn Jahre lang in Zusammenarbeit der Akademie und der Ackermann-Gemeinde veranstaltet werden. Der Beitrag der Marienbader Gespräche zur deutsch-tschechischen Verständigung wurde sowohl von den Präsidenten beider Länder Václav Havel und Roman Herzog, als diese 1994 und 1995 Delegationen beider Institutionen empfingen, als auch den Präsidenten der Bischofskonferenzen der Tschechischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland gewürdigt, die u. a. 1999 an den Gesprächen teilnahmen. Konkrete Vorschläge und Schlussfolgerungen aus einigen Themen aus den Marienbader Gesprächen fanden sich dann auch im Wortlaut der Deutsch-tschechischen Erklärung von 1997 wieder.

Die ČKA veranstaltete 1997 eine Vortragsreihe zu aktuellen gesellschaftlichen Problemen in der Bundesrepublik Deutschland und in Tschechien, zusammen mit der Landeszentrale für politische Bildung in Dresden und dem Christlich-sozialen Bildungswerk in Sachsen.

Seit 2001 arbeitet die ČKA intensiv mit der Union Stiftung aus dem Saarland zusammen, mit der jedes Jahr abwechselnd in Prag und Saarbrücken Fachsymposien veranstaltet werden: „Möglichkeiten und Grenzen der Biomedizin – Klonen“ (2002), „Gemeinnützige Organisationen und ihre Bedeutung in einem sich erweiternden Europa“ (2003), „Das Europa der Regionen“ (2004)

Über die Vereinigung christlicher Intellektueller Confrontations nahm sie in den Jahren 2002 - 2003 an dem Projekt „Erforschung gemeinsamer kultureller Grundlagen für den Bau Europas“ (sog. Weißbuch) teil, an dem sich 7 europäische Länder beteiligten (Belgien, Tschechische Republik, Frankreich, Italien, Deutschland, Polen, Schweden).

Die ČKA schloss sich im Jahre 2004 als Partner der Initiative Französische soziale Wochen (Semaine sociales de France) den Vorbereitungen einer Begegnung europäischer Christen in Lille an.

Zusammen mit de, St.-Adalbert-Forum und weiteren Institutionen in Polen, der Slowakei und Ungarn beteiligt sich die ČKA aktiv an der Vorbereitung internationaler Konferenzen im polnischen Gnieszno.

Forschungstätigkeit

Seit dem Jahre 1995 entwickelt die Akademie gezielt ein umfangreiches soziologisch-historisches Forschungsvorhaben mit dem Titel „Die Kirche in der freien Gesellschaft“.

Der erste Schritt war im Zeitraum 1995 – 1999 der Zyklus von Vorträgen und Podiumsdiskussionen „Das tschechische Christentum in den totalitären Systemen des 20. Jahrhunderts“. Das Ziel bestand darin, Erfahrungen und Zeugnisse von Christen aus der Zeit von Nazismus und Kommunismus zu sammeln und zu präsentieren. Die zusammen getragenen und aufgezeichneten Dutzenden Interviews werden fortlaufend ergänzt.

Es folgte eine Reihe von wissenschaftlichen Konferenzen (2000 – 2003) zur tschechischen Kirchengeschichte aus der Zeit des Kommunismus: Staat und Kirche im Jahre 1950; Babice nach einem halben Jahrhundert

(zum 50. Jahrestag der tragischen Ereignisse von Babice); Die Kirchenprozesse der 50er Jahre; Zur Liquidation vorgesehene Literatur (zum 50. Jahrestag des Prozesses gegen katholische Literaten und Intellektuelle); Frauenorden im Kommunismus. Partner waren u. a. das Institut für Zeitgeschichte der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik, die Philosophische Fakultät der Masaryk-Universität Brno/Brünn, das Zentrum für das Studium von Demokratie und Kultur,

die Schriftstellergemeinde, das Prager Erzbistum, das Brünner Bistum; die Böhmisch-mährische Generalgesandtschaft des Karmeliterordens und die Konferenz der höheren Vorsteherinnen der Frauenorden in der Tschechischen Republik.

Die ČKA beteiligte sich als einer Initiatoren am internationalen Forschungsprojekt „Aufbruch“ (1995 – 2001) unter der Schirmherrschaft des Wiener Pastoralen Forums, das auf die Untersuchung der religiösen und kirchlichen Entwicklung in den 10 postkommunistischen Ländern Mittel- und Osteuropas in den Jahren des Kommunismus und des Einflusses der demokratischen Transformation auf die Situation der Kirchen in diesen Ländern nach 1989 ausgerichtet war. Die durch historische und soziologische Forschungen erlangten Erkenntnisse bildeten die Basis für theologische und seelsorgerische Anstöße und Visionen. Das Ergebnis sind Publikationen in der Reihe Gott nach dem Kommunismus, herausgegeben vom Schwabenverlag Ostfildern.

Die ČKA beteiligte sich auch an dem internationalen Forschungsprojekt „Der Beitrag der Kirchen zu den Transformationsprozessen in den postkommunistischen Ländern“ (1997-2000), das von der Universität in Osnabrück organisiert wurde. Das Ziel bestand darin festzustellen, inwieweit die katholische Kirche durch ihre soziale Lehre zu den Transformationsprozessen und zur Entstehung einer bürgerlichen Gesellschaft in 4 Ländern Mittel- und Osteuropas (Tschechische Republik, Polen, Litauen, Slowakei) beiträgt. Das Ergebnis ist die Publikation Katholische Kirche und Zivilgesellschaft in Osteuropa. Paderborn 2003.

Seit 2004 arbeitet man in der ČKA am Projekt „Gesellschaftliches Engagement deutscher Firmen in der Tschechischen Republik“.

In der letzten Phase befindet sich das Projekt „Das Martyrologium der katholischen Kirche in den böhmischen Ländern im 20. Jahrhundert“ mit der Perspektive des Großprojektes „Christen gegen Totalität“.

Weitere Tätigkeitsbereiche

Beratungs-, Experten- und Konsultantentätigkeit für die Kirchen

An die Česká křes»anská akademie wenden sich einzelne Bischöfe und auch die Tschechische Bischofskonferenz mit Bitten um fachliche Begutachtung, Untersuchung und Verarbeitung der unterschiedlichsten kirchlichen und gesellschaftlichen Themen. In diesem Sinne erfüllt die Akademie auch eine gewisse Servicefunktion.

Die Tschechische Bischofskonferenz hat sich mit der Bitte um Ausarbeitung eines Dokuments zu sozialen Fragen in der Tschechischen Republik unter dem Titel „Frieden und Heil“ gewandt. Ebenso beteiligte sich die ČKA an einer Analyse von Polarisierungstendenzen in der katholischen Kirche in der Tschechischen Republik und an der Vorbereitung eines internen Seminars zu diesem Thema für die Tschechische Bischofskonferenz.

Die ČKA arbeitete bei der Vorbereitung von Gesetzesvorschlägen zur Beziehung zwischen Staat und Kirche und an der Vorbereitung des Vertrages zwischen dem Heiligen Stuhl und der Tschechischen Republik mit. Einige Mitglieder der ČKA wirken als Berater oder Konsultanten in verschiedenen kirchlichen Gremien mit, nun vor allem im Rahmen der Plenarversammlung der katholischen Kirche in der Tschechischen Republik.

Verlagstätigkeit

Die ČKA gab in den Jahren 1990 – 1999 in ihrem kleinen Verlag an die 50 Publikationen heraus. Es handelte sich vorwiegend um theologische und philosophische Literatur tschechischer und ausländischer Autoren und um Sammelbände von durch die Akademie veranstalteten Konferenzen. Die Verlagstätigkeit ist seit dem Jahre 2000 auf gelegentliche Publikationen beschränkt.

Neben Büchern gibt die ČKA auch drei Zeitschriften heraus:

Zpravodaj ČKA – ČKA-Anzeiger (2x pro Jahr) Revue „Universum“ (4x pro Jahr) Revue církevního práva – Revue des Kirchenrechts (3-4x pro Jahr)

Büchereiwesen

Die Akademie betreibt einen Bibliothekshandapparat an ihrem Sitz im Prag-Emauzy. In den Jahren 1996 – 2004 verwaltetet sie im Auftrag des Prager Erzbistums die Zentrale katholische Bibliothek in Prag mit ihrem mehr als 80 000 Bänden, die die Entwicklung der Theologie und der Philosophie in den vergangenen 40 Jahren dokumentieren. Diese größte Bibliothek mit Literatur aus dem Zeit nach dem Konzil, die der tschechischen Kirche zur Verfügung steht, ging 2004 in die Verwaltung durch die Katholische theologische Fakultät der Karlsuniversität über.

Stipendien

In Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung und dem Katholischen Akademischen Ausländer-Dienst (KAAD) vermittelt die ČKA Stipendien für christlich gebundene Studenten an ausländischen, überwiegend deutschen Universitäten.

Finanzierung

Die ČKA ist eine unabhängige Bürgervereinigung. Sie lebt von den Beiträgen ihrer Mitglieder und Spenden tschechischer und ausländischer Sponsoren. Die wichtigsten ausländischen Partner der ČKA sind:

Ackermann-Gemeinde, Sdruľení Ackermann-Gemeinde, Konrad-Adenauer-Stiftung, Renovabis, Union Stiftung, Sekyra Group und KAAD.

Wie wird man Mitglied bei der ČKA?

Interessenten können an die folgende Adresse schreiben:

Česká křes»anská akademie
Vyšehradská 49
128 00 Praha 2

www.krestanskaakademie.cz
eMail: cka@krestanskaakademie.cz

Tel.: +420 224 917 210, +420 221 979 329

Wie können Sie der ČKA helfen?

Mit Gebeten, einem Rat, fachlicher Unterstützung, der Vermittlung interessanter und nützlicher Kontakte und Geldspenden.

Die Kontonummer der ČKA lautet:

1816056343/0300
ČSOB, Anglická 2, Praha 2